Heute: Lategansvlei – von Cape Town in die Pampa
Vorab schon mal ein: Eisern Union, Eisern Union, Eisern Union!
| Einer der schönsten Straßenabschnitte Südafrikas, die Route 62. |
….nach einer sehr kurzen
Arbeitswoche (3 Tage), organisierte unser Chef Detlev einen Trip auf eine
Straußenfarm nach Oudtshoorn für uns. Voller Vorfreude nach unseren
Internetrecherchen, ging es Freitag 07.00 Uhr los auf die Route 62, die Straße ins
Niemandsland. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Wüstenlandschaft
mitten in Südafrika. Wir hatten 500km vor uns, die uns immer weiter ins nichts
führten. Aber in ein schönes nichts. Die Landschaft war abwechslungsreich wie
immer, von der tristen Steppe hin zu Bergen, wie man sie nur aus dem Bilderbuch
kennt. Unsere Fahrt führte uns durch einen 4km langen Tunnel, der durch einen
riesigen Berg führte und vorbei eine Bar Namens „Ronnies Sex Shop“. Einige
kleine Dörfer ließen wir hinter uns und wir machten unzählige Fotostopps, um
die Landschaft für euch festzuhalten. Auch unsere Lieblingspawiane, die Baboons,
haben wir wieder am Straßenrand getroffen. Die Babies sind ja schon echt süß,
aber näheren wollten wir uns denen trotzdem nur vom Auto aus. Der Radioempfang
war aus unerklärlichen Gründen auf dem Hinweg mies, weswegen wir Bennys
afrikanische CD rauf und runter hörten. Auf dem Rückweg hatten wir die ganze
Zeit Radio, wir glauben an Magie. Wir waren also vorerst in Afrikastimmung.
Raus aus der Großstadt Kapstadt, war unser erster Programmpunkt die „Red
Stones“ kurz vor Oudtshoorn, wir wären fast daran vorbei gefahren, aber sahen
die in der Sonne erleuchteten roten Steine dann doch. Die Farbe kann man mit
dem Ayers Rock in Australien vergleichen, letztendlich waren es aber auch nur
rote Steine. Wir sollten am Wochenende noch viel beeindruckendere Berge sehen. Wir
fuhren also rasch weiter nach Lategangsvlei, einem Dorf vor Oudtshoorn. Die
asphaltierte Straße verwandelte sich in eine 20km lange Schotterpiste, diese
Schotterpiste verwandelte sich in einen 3km langen Felsweg. Wie kann man den
beschreiben??!! Ähm ich würde sagen felsig und mit vielen Schlaglöchern, ein
wenig wie Karussell fahren, weil man so durchgeschüttelt wird. Wir erreichten
also endlich nach fast sechs Stunden Autofahrt Carmens und Darios Straußenfarm.
| Angekommen und erst mal ein erfrischendes Bier! |
| Na wer könnte widerstehen? |
| Die Fahnen wurden gehisst. |
Auf der Straußenfarm angekommen,
wurden wir von den Wachhunden begrüßt bzw. nicht auf den Hof gelassen. Als wir
es dann doch geschafft haben, wurden wir mit dem oben Gesagtem begrüßt. Ein
„Eisern Union“ von Dario. Genau wir sind bei zwei Unionfans gelandet und Benny
wurde gleich in deren Bann gezogen. Trotzdem Dario wusste das Benny Bayernfan ist, wurde er komplett in Leidenschaft
gezogen und schloss sich dem Union Berlin Hype an. Beim nächsten Besuch wird dann das Bayerntrikot sowie Eisbärentrikot ausgepackt!! Wir wurden in 1. FC Union Berlin
Trikots gesteckt und los ging die Entdeckungstour. Standesgemäß afrikanisch
fand die Tour mit Dario auf seinem Geländewagen statt. Wir machten es uns auf
der Ladefläche mit zwei Dorfbewohnern/ Arbeitern gemütlich. Auf der holprigen
Fahrt wehte uns der Staub um die Ohren und ins Gesicht, die beiden Mitfahrer
rauchten erst mal gemütlich Gras.
Erster Halt – natürlich die
Strauße. Wir durften bei der Fütterung vom Auto aus zusehen, was uns ganz lieb
war. Dann wurden wir aber doch ins kalte Wasser geschubst bzw. ins
Straußengehege. Dario drückte uns den Eimer Futter in die Arme und ließ die Strauße
auf uns los. Ich sag nur: „Aaaaaaaaaaaaaah“, es war beängstigend. Wider Erwarten,
ist doch ein halbwegs vernünftiges Foto entstanden auf dem ich nicht schreie.
Benny war da etwas tapferer und ließ sich sogar aus der Hand fressen. Von ihm
sind bessere Fotos entstanden, natürlich im Union Trikot und mit Berlin Fahne.
Die Fahne hing ursprünglich auf der Terrasse neben meiner Sachsen-Anhalt
Flagge. So kam Heimatstimmung auf. Weiter ging die Fahrt, die unbedingt auf
eurer To-do-Liste stehen sollte, (das war schon ein cooles feeling auf der
Ladefläche) zum Fußballplatz. Ein tolles
Projekt von Dario, was vom 1. FC Union unterstützt wird. Es entsteht ein
Fußballplatz in Lategansvlei für die Kinder vor Ort. Es sollen Tuniere
stattfinden, auf denen sich auch die Gäste der Farm und alle Bewohner austoben
können. Das Ganze ist spendenfinanziert und hat auch schon den Berliner Kurier auf
sich aufmerksam gemacht, wo am Sonntag ein Artikel mit Benny zu finden war.
Durch Zufall wurde unser „Berliner“ von einem Reporter am Telefon zu dem
Projekt interviewt. Auch im Internet ist der Spaß zu finden: Berliner Kurier
Nachdem wir nun
Internetberühmtheiten sind und sich Benny ein C-Promi in Berlin schimpfen darf,
ging es am Wochenende weiter mit den Arbeiten am Platz. Das Vereinshaus wurde
eingerichtet und dekoriert, sowie die Fundamente für die Toilettenhäuser
gesetzt. Es geht voran, sogar der Vorstandpräsident, dessen Namen wir als echte
Union Fans leider nicht kennen, hat seinen Besuch in Lategansvlei angekündigt.
Der Abend klang dann gemütlich am
schönen Grill bei Dario und Carmen aus. Es gab Straußensteak, yummie, was
richtig lecker war. Dario erzählte noch, welche Promis schon auf der Farm waren
- von Ross Antony über Jumbo von Galileo. Er zeigte uns dann auch das Galileo
Spezial und seinen Auftritt in der Sendung. Eine schöne und lustige Reportage,
solltet ihr euch auch mal ansehen, besonders der Paarungstanz zwischen dem
Strauß und Jumbo müsst ihr gesehen haben, wie einen Paarungstanz mit einem
Strauß tanzt! Gut gestärkt gingen wir schlafen, um fit für unser Samstagsprogramm
zu sein.
Samstag ging es nach dem leckeren
Frühstück von Carmen los zur Cango Wildlife Ranch. Dort wurden uns Wildtiere
präsentiert, von Krokodilen und Schlangen bis zu den Geparden, Tigern,
Leoparden und Löwen. Auf der Führung konnte man sich quasi aussuchen, von wem
man später am liebsten gefressen werden möchte. Denn man hatte danach die
Möglichkeit eines der Kätzchen zu streicheln. Wir verzichteten aber zum einen
aus Kostengründen darauf und zum anderen, weil wir nicht wollten, dass die
Tiere wegen uns ruhig gestellt werden. Positiv war, dass wir früh da waren,
genau zur Fütterungszeit. So wurde uns bewusst, dass es doch Raubkatzen sind,
die man streicheln würde. Aber das muss jeder selbst entscheiden, was er davon
hält. Sicher wäre es auch ein schönes Urlaubsfoto gewesen. Wir setzten unseren
Trip in die „Cango Caves“ fort. Dort machten wir die Standard Tour durch die
Höhle. Benny schaffte es einfach nicht mich zur Adventure Tour zu überreden.
Meine Platzangst ist zu groß, um in 27cm hohe Höhlen zu kriechen und nach den
Geschichten, die wir gehört hatten, dass man da leicht stecken bleibt, hatte
ich da nicht so Lust drauf. Die Höhle war echt schön, tolle Formationen von
Tropfsteinen. Es gab sogar ein Schloss Neuschwanstein in der Höhle. Speziell
war die Dunkelerfahrung dort, die uns zeigte wie sich der Mensch fühlte, der
die Höhle entdeckte und nur eine Öllampe hatte. Gruselig… Wir kamen dann zum
letzten und längsten Programmpunkt: den Swartbergpass. Diese „Straße“ führt
durch die Swartbergberge, in einer über 200km langen Tour von Oudtshoorn
entfernt. Eine nicht endende Schotterpiste führte uns gefühlte 3000m nach oben
in die Berge.
„Kneift uns mal jemand bitte“,
denken wir, als wir aus dem Wagen steigen und unsere Füße auf den Boden setzen.
„Im ersten Augenblick fühlen wir uns
für Sekunden in eine andere Welt versetzt.“Wir würde mich nicht wundern,
wenn jetzt Ben Cartwright mit seinen Söhnen Adam, Hoss und Little Joe mal eben
von der Ponderosa-Ranch hier durchgeritten kämen. Der Wind wirbelt die goldenen
Blätter hoch und eine Sandhose weht hinterher. „Da vorne ist es“, dringt eine
Stimme durch meine Bonanza-Phantasie und wir komme dort an, wo wir wirklich sind.
In Oudtsdoorn – dem kleinen, zauberhaften Örtchen nicht weit entfernt von der
Route 62. Das Licht und die leicht unwirkliche Stimmung hier sind
atemberaubend.. Viel Unterschiedliches wird präsentiert und es macht Spaß durch
diese Vielfalt zu wandern und einfach dieses Land zu eroben. Steil ging es
auf dem schmalen Pass nach oben, der sehr beliebt bei Suizidgefährdeten ist, da
es keine seitliche Absicherung gibt und man leicht in die Schlucht abstürzen
kann. Für den Adrenalinkick am Wochenende war also gesorgt. An der Spitze
angekommen, legten wir noch ein Speedklettern auf einen Berg ein. Die Luft war
dünn und wir wären fast erstickt. Unser neues Hobby ist Bergsteigen, wie ihr
sicherlich bemerkt habt. Als nächstes ist der Tafelberg dran, aber wir wissen
noch nicht wann, denn dafür braucht man klare Sicht und schönes Wetter.
Jedenfalls ging es dann bergab weiter. Auf dem Pass besuchten wir zwei
wunderschöne Wasserfälle. An einem war sogar eine Fernsehproduktion im Gange.
Am zweiten Wasserfall war eine tiefblaue Lagune, allerdings war dort ein
Warnschild vor Schlangen aufgestellt. Da aber Winter ist, gibt es nur wenige
Schlangen oder Skorpione in der Kleinen Karoo, zu meiner Freude. Der Pass
zeigte uns einzigartige Gebirgsformationen, da waren die Red Stones nur rote
Steine dagegen. Nicht mal sie tollen Fotos können diese Landschaft rüber
bringen. Benny hat uns sicher durch den Pass gebracht und danach war eine
Stärkung notwendig.
| Filmdreh |
| Man denkt, man sei schon wieder unten im Tal...falsch gedacht. Wir befinden uns immer noch über 1000 m hoch und gerade zu befinden sich abgrundtiefe Schluchten, einfach nur geil! |
| Hinter der Kante geht es mehrere Meter steil hinunter, nix für schwache Nerven! |
| Wir haben schon einmal ein Abschiedsherz kreiert! |
| Spektakulärer Sonnenuntergang |
Wir aßen Straußenburger in einem „Nostalgie Restaurant“. Es
war Kitsch pur, aber es hatte Stil. Wir saßen gemütlich am Kamin und die erste
Flasche Wein an diesem Abend wurde geleert. Hätte ich an dieser Stelle mal
aufgehört. Wir kehrten zurück in die Pampa und wurden schon sehnsüchtig von den
drei Ginas erwartet. Dario berichtete mal wieder von Fußball und den
Fortschritten des Tages. Wir schauten uns dann Dario und Carmen als „die
strengsten Eltern der Welt“ an. Auch sehr empfehlenswert als Comedy Programm.
Falls ihr euch das auch antun möchtet, es entspricht nicht der Realität: die
Teenis waren so wie wir, also ganz lieb J
und Szenen wurde 4-mal gedreht. Alles gestellt. Die beiden sind in echt
viiiiiel netter und ein Besuch bei den beiden ist sehr zu empfehlen auf einer
Südafrika Reise! Danach verbrachten wir den Abend auf der Terrasse draußen, um
den Sternenhimmel in der Wüste zu betrachten und tranken die anderen beiden
Weinflaschen. Es war Vollmond und die Milchstraße oder Wolken (wir wissen es
nicht genau) in einer kreisrunden Formation um den Mond. Ja und dann war es
00.00 Uhr, ich hatte Geburtstag. Überraschenderweise war Benny der erste
der gratuliert hat J. Am Morgen sind wir in
die Buffelsdrift Game Lodge, einen Safaripark in Oudtshoorn gefahren, um dort
zu reiten-yippie. Es war mein erstes Mal alleine Reiten und Bennys erstes Mal
überhaupt. Deswegen haben wir auch nur eine kurze Einweisung bekommen: rechts,
links entlang und Stopp. Wir sind ja Profis. Dennoch wollten wir auf den Helm
nicht verzichten, falls sich ein Pferd vor einem Wildtier erschreckt. Der
gemütliche Ausritt ging los. Zuerst sahen wir süße Erdmännchen in freier
Wildbahn und später noch Springbocks und Antilopen.
Benny Pferd „Chap“ wollte
immer als zweite Reiten und legte deswegen öfter mal einen Trab ein. Mein Pferd
(dessen Name schwer zu merken war und den wir deshalb leider vergessen haben,
aber es war ein schöner Name) war etwas langsam. Nach gut 2 Stunden hab ich
dann raus bekommen, wie ich sie antreibe aber da war unser Ausritt leider
vorbei. Aber es war wirklich eine wunderschöne Erfahrung und vielen Dank noch
mal an Benny, der das für mich mitgemacht hat. Aber ihm hat es wohl auch
gefallen und das Fazit war: reiten ist eigentlich ganz einfach. Problematisch
war nur die Fresssucht von Chap und dass Benny ziemliche Blähungen hatte, na
gut sein Pferd und ich hinter Ihnen reiten musste (ihr erinnert euch Chap
drängelte sich immer vor). Ihr merkt unsere Pferde passten perfekt zu unseren
Charakteren. Danach verabschiedeten wir uns von Carmen, Dario war leider nicht
mehr auszufinden. Jedenfalls traten wir den langen Heimweg an. Todmüde wollte
die Fahrt leider nicht enden. Benny hat uns aber sicher wieder nach Cape Town,
ins pulsierende Stadtleben, zurück gebracht. Abgerundet hat meinen Geburtstag
noch das Essen beim Chinesen, wo wir mittlerweile zum dritten Mal waren und der
Kellner Kontakt mit uns knüpfte. Danach hatte ich endlich Zeit mir das tolle
Geburtstagsvideo anzusehen aus der Heimat. Das war eine sooooooo schöne
Überraschung von Jan, dass ich natürlich weinen musste. Aber Freudentränen.
Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und trotz der Entfernung an mich
gedacht haben. Und auch noch mal danke an Benny für den schönen Tag. Diesen
Geburtstag und das tolle Wochenende werden wir sicher nie vergessen. Also packt
eure Koffer und ab nach Lategangsvlei bzw. Oudtshoorn!!! (Wenn ihr ein mal hier
seid, könnt ihr aber auch mal nach Kapstadt^^).
| Mont mit einer weiteren runden Formation |
| Geburtstagsnacht |
| Spektakulärer Sonnenaufgang |
| Die Affen gehören schon zur Tour. Benny begrüßt sie schon mit einem freundlichen Hupen und Lächeln. |
Ja Cape Town hat uns wieder, mit
seinem ganzen Trubel. Nur ein Straußenei, das noch aufgebohrt und gegessen
werden muss, erinnert uns noch an Oudtshoorn. Nach der Arbeit waren wir heute
mal in einem anderen Supermarkt, ich weiß ganz spannende Geschichte. „Food
Lovers“- Obst und Gemüse so weit das Auge reicht. Auf einmal kam Benny
freudestrahlend an mit 2 Pomelos in der Hand, die je nur 9 Rand (nicht mal
einen €, um euch das rechnen zu ersparen) kosten. Wir haben sie gerade
gekostet. Schmecken nicht wie in Deutschland, sondern wie ganz süße Grapefruit.
Dann versuchen wir mal noch die
restlichen Wochentage rumzukriegen, heute sind vier Meter hohe Wellen für
Kapstadt angesagt. Aber ihr seht, nach diesem unvergesslich schönem Wochenende,
heißt es diesmal: „You don’t need a holiday, you need Oudtshoorn!“
WE LOVE SOUTH AFRICA!!!
Bis zum nächsten Mal, lasst euch
überraschen was wir da wieder verrücktes anstellen werden!