Montag, 24. Juni 2013

We love South Africa!



Heute: Lategansvlei – von Cape Town in die Pampa
Vorab schon mal ein: Eisern Union, Eisern Union, Eisern Union!

Einer der schönsten Straßenabschnitte Südafrikas, die Route 62.




….nach einer sehr kurzen Arbeitswoche (3 Tage), organisierte unser Chef Detlev einen Trip auf eine Straußenfarm nach Oudtshoorn für uns. Voller Vorfreude nach unseren Internetrecherchen, ging es Freitag 07.00 Uhr los  auf die Route 62, die Straße ins Niemandsland. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Wüstenlandschaft mitten in Südafrika. Wir hatten 500km vor uns, die uns immer weiter ins nichts führten. Aber in ein schönes nichts. Die Landschaft war abwechslungsreich wie immer, von der tristen Steppe hin zu Bergen, wie man sie nur aus dem Bilderbuch kennt. Unsere Fahrt führte uns durch einen 4km langen Tunnel, der durch einen riesigen Berg führte und vorbei eine Bar Namens „Ronnies Sex Shop“. Einige kleine Dörfer ließen wir hinter uns und wir machten unzählige Fotostopps, um die Landschaft für euch festzuhalten. Auch unsere Lieblingspawiane, die Baboons, haben wir wieder am Straßenrand getroffen. Die Babies sind ja schon echt süß, aber näheren wollten wir uns denen trotzdem nur vom Auto aus. Der Radioempfang war aus unerklärlichen Gründen auf dem Hinweg mies, weswegen wir Bennys afrikanische CD rauf und runter hörten. Auf dem Rückweg hatten wir die ganze Zeit Radio, wir glauben an Magie. Wir waren also vorerst in Afrikastimmung. Raus aus der Großstadt Kapstadt, war unser erster Programmpunkt die „Red Stones“ kurz vor Oudtshoorn, wir wären fast daran vorbei gefahren, aber sahen die in der Sonne erleuchteten roten Steine dann doch. Die Farbe kann man mit dem Ayers Rock in Australien vergleichen, letztendlich waren es aber auch nur rote Steine. Wir sollten am Wochenende noch viel beeindruckendere Berge sehen. Wir fuhren also rasch weiter nach Lategangsvlei, einem Dorf vor Oudtshoorn. Die asphaltierte Straße verwandelte sich in eine 20km lange Schotterpiste, diese Schotterpiste verwandelte sich in einen 3km langen Felsweg. Wie kann man den beschreiben??!! Ähm ich würde sagen felsig und mit vielen Schlaglöchern, ein wenig wie Karussell fahren, weil man so durchgeschüttelt wird. Wir erreichten also endlich nach fast sechs Stunden Autofahrt Carmens und Darios Straußenfarm. 
Angekommen und erst mal ein erfrischendes Bier!
Na wer könnte widerstehen?

Die Fahnen wurden gehisst.


 Auf der Straußenfarm angekommen, wurden wir von den Wachhunden begrüßt bzw. nicht auf den Hof gelassen. Als wir es dann doch geschafft haben, wurden wir mit dem oben Gesagtem begrüßt. Ein „Eisern Union“ von Dario. Genau wir sind bei zwei Unionfans gelandet und Benny wurde gleich in deren Bann gezogen. Trotzdem Dario wusste das Benny Bayernfan ist, wurde er komplett in Leidenschaft gezogen und schloss sich dem Union Berlin Hype an. Beim nächsten Besuch wird dann das Bayerntrikot sowie Eisbärentrikot ausgepackt!! Wir wurden in 1. FC Union Berlin Trikots gesteckt und los ging die Entdeckungstour. Standesgemäß afrikanisch fand die Tour mit Dario auf seinem Geländewagen statt. Wir machten es uns auf der Ladefläche mit zwei Dorfbewohnern/ Arbeitern gemütlich. Auf der holprigen Fahrt wehte uns der Staub um die Ohren und ins Gesicht, die beiden Mitfahrer rauchten erst mal gemütlich Gras. 



Erster Halt – natürlich die Strauße. Wir durften bei der Fütterung vom Auto aus zusehen, was uns ganz lieb war. Dann wurden wir aber doch ins kalte Wasser geschubst bzw. ins Straußengehege. Dario drückte uns den Eimer Futter in die Arme und ließ die Strauße auf uns los. Ich sag nur: „Aaaaaaaaaaaaaah“, es war beängstigend. Wider Erwarten, ist doch ein halbwegs vernünftiges Foto entstanden auf dem ich nicht schreie. Benny war da etwas tapferer und ließ sich sogar aus der Hand fressen. Von ihm sind bessere Fotos entstanden, natürlich im Union Trikot und mit Berlin Fahne. Die Fahne hing ursprünglich auf der Terrasse neben meiner Sachsen-Anhalt Flagge. So kam Heimatstimmung auf. Weiter ging die Fahrt, die unbedingt auf eurer To-do-Liste stehen sollte, (das war schon ein cooles feeling auf der Ladefläche) zum Fußballplatz. Ein  tolles Projekt von Dario, was vom 1. FC Union unterstützt wird. Es entsteht ein Fußballplatz in Lategansvlei für die Kinder vor Ort. Es sollen Tuniere stattfinden, auf denen sich auch die Gäste der Farm und alle Bewohner austoben können. Das Ganze ist spendenfinanziert und hat auch schon den Berliner Kurier auf sich aufmerksam gemacht, wo am Sonntag ein Artikel mit Benny zu finden war. Durch Zufall wurde unser „Berliner“ von einem Reporter am Telefon zu dem Projekt interviewt. Auch im Internet ist der Spaß zu finden: Berliner Kurier 

Nachdem wir nun Internetberühmtheiten sind und sich Benny ein C-Promi in Berlin schimpfen darf, ging es am Wochenende weiter mit den Arbeiten am Platz. Das Vereinshaus wurde eingerichtet und dekoriert, sowie die Fundamente für die Toilettenhäuser gesetzt. Es geht voran, sogar der Vorstandpräsident, dessen Namen wir als echte Union Fans leider nicht kennen, hat seinen Besuch in Lategansvlei angekündigt.
Der Abend klang dann gemütlich am schönen Grill bei Dario und Carmen aus. Es gab Straußensteak, yummie, was richtig lecker war. Dario erzählte noch, welche Promis schon auf der Farm waren - von Ross Antony über Jumbo von Galileo. Er zeigte uns dann auch das Galileo Spezial und seinen Auftritt in der Sendung. Eine schöne und lustige Reportage, solltet ihr euch auch mal ansehen, besonders der Paarungstanz zwischen dem Strauß und Jumbo müsst ihr gesehen haben, wie einen Paarungstanz mit einem Strauß tanzt! Gut gestärkt gingen wir schlafen, um fit für unser Samstagsprogramm zu sein.
Samstag ging es nach dem leckeren Frühstück von Carmen los zur Cango Wildlife Ranch. Dort wurden uns Wildtiere präsentiert, von Krokodilen und Schlangen bis zu den Geparden, Tigern, Leoparden und Löwen. Auf der Führung konnte man sich quasi aussuchen, von wem man später am liebsten gefressen werden möchte. Denn man hatte danach die Möglichkeit eines der Kätzchen zu streicheln. Wir verzichteten aber zum einen aus Kostengründen darauf und zum anderen, weil wir nicht wollten, dass die Tiere wegen uns ruhig gestellt werden. Positiv war, dass wir früh da waren, genau zur Fütterungszeit. So wurde uns bewusst, dass es doch Raubkatzen sind, die man streicheln würde. Aber das muss jeder selbst entscheiden, was er davon hält. Sicher wäre es auch ein schönes Urlaubsfoto gewesen. Wir setzten unseren Trip in die „Cango Caves“ fort. Dort machten wir die Standard Tour durch die Höhle. Benny schaffte es einfach nicht mich zur Adventure Tour zu überreden. Meine Platzangst ist zu groß, um in 27cm hohe Höhlen zu kriechen und nach den Geschichten, die wir gehört hatten, dass man da leicht stecken bleibt, hatte ich da nicht so Lust drauf. Die Höhle war echt schön, tolle Formationen von Tropfsteinen. Es gab sogar ein Schloss Neuschwanstein in der Höhle. Speziell war die Dunkelerfahrung dort, die uns zeigte wie sich der Mensch fühlte, der die Höhle entdeckte und nur eine Öllampe hatte. Gruselig… Wir kamen dann zum letzten und längsten Programmpunkt: den Swartbergpass. Diese „Straße“ führt durch die Swartbergberge, in einer über 200km langen Tour von Oudtshoorn entfernt. Eine nicht endende Schotterpiste führte uns gefühlte 3000m nach oben in die Berge. 



 „Kneift uns mal jemand bitte“, denken wir, als wir aus dem Wagen steigen und unsere Füße auf den Boden setzen. „Im ersten Augenblick fühlen wir uns für Sekunden in eine andere Welt versetzt.“Wir würde mich nicht wundern, wenn jetzt Ben Cartwright mit seinen Söhnen Adam, Hoss und Little Joe mal eben von der Ponderosa-Ranch hier durchgeritten kämen. Der Wind wirbelt die goldenen Blätter hoch und eine Sandhose weht hinterher. „Da vorne ist es“, dringt eine Stimme durch meine Bonanza-Phantasie und wir komme dort an, wo wir wirklich sind. In Oudtsdoorn – dem kleinen, zauberhaften Örtchen nicht weit entfernt von der Route 62. Das Licht und die leicht unwirkliche Stimmung hier sind atemberaubend.. Viel Unterschiedliches wird präsentiert und es macht Spaß durch diese Vielfalt zu wandern und einfach dieses Land zu eroben. Steil ging es auf dem schmalen Pass nach oben, der sehr beliebt bei Suizidgefährdeten ist, da es keine seitliche Absicherung gibt und man leicht in die Schlucht abstürzen kann. Für den Adrenalinkick am Wochenende war also gesorgt. An der Spitze angekommen, legten wir noch ein Speedklettern auf einen Berg ein. Die Luft war dünn und wir wären fast erstickt. Unser neues Hobby ist Bergsteigen, wie ihr sicherlich bemerkt habt. Als nächstes ist der Tafelberg dran, aber wir wissen noch nicht wann, denn dafür braucht man klare Sicht und schönes Wetter. Jedenfalls ging es dann bergab weiter. Auf dem Pass besuchten wir zwei wunderschöne Wasserfälle. An einem war sogar eine Fernsehproduktion im Gange. Am zweiten Wasserfall war eine tiefblaue Lagune, allerdings war dort ein Warnschild vor Schlangen aufgestellt. Da aber Winter ist, gibt es nur wenige Schlangen oder Skorpione in der Kleinen Karoo, zu meiner Freude. Der Pass zeigte uns einzigartige Gebirgsformationen, da waren die Red Stones nur rote Steine dagegen. Nicht mal sie tollen Fotos können diese Landschaft rüber bringen. Benny hat uns sicher durch den Pass gebracht und danach war eine Stärkung notwendig. 






Filmdreh













Man denkt, man sei schon wieder unten im Tal...falsch gedacht. Wir befinden uns immer noch über 1000 m hoch und gerade zu befinden sich abgrundtiefe Schluchten, einfach nur geil!


Hinter der Kante geht es mehrere Meter steil hinunter, nix für schwache Nerven!
Wir haben schon einmal ein Abschiedsherz kreiert!



Spektakulärer Sonnenuntergang
Wir aßen Straußenburger in einem „Nostalgie Restaurant“. Es war Kitsch pur, aber es hatte Stil. Wir saßen gemütlich am Kamin und die erste Flasche Wein an diesem Abend wurde geleert. Hätte ich an dieser Stelle mal aufgehört. Wir kehrten zurück in die Pampa und wurden schon sehnsüchtig von den drei Ginas erwartet. Dario berichtete mal wieder von Fußball und den Fortschritten des Tages. Wir schauten uns dann Dario und Carmen als „die strengsten Eltern der Welt“ an. Auch sehr empfehlenswert als Comedy Programm. Falls ihr euch das auch antun möchtet, es entspricht nicht der Realität: die Teenis waren so wie wir, also ganz lieb J und Szenen wurde 4-mal gedreht. Alles gestellt. Die beiden sind in echt viiiiiel netter und ein Besuch bei den beiden ist sehr zu empfehlen auf einer Südafrika Reise! Danach verbrachten wir den Abend auf der Terrasse draußen, um den Sternenhimmel in der Wüste zu betrachten und tranken die anderen beiden Weinflaschen. Es war Vollmond und die Milchstraße oder Wolken (wir wissen es nicht genau) in einer kreisrunden Formation um den Mond. Ja und dann war es 00.00 Uhr, ich hatte Geburtstag. Überraschenderweise war Benny der erste der  gratuliert hat J. Am Morgen sind wir in die Buffelsdrift Game Lodge, einen Safaripark in Oudtshoorn gefahren, um dort zu reiten-yippie. Es war mein erstes Mal alleine Reiten und Bennys erstes Mal überhaupt. Deswegen haben wir auch nur eine kurze Einweisung bekommen: rechts, links entlang und Stopp. Wir sind ja Profis. Dennoch wollten wir auf den Helm nicht verzichten, falls sich ein Pferd vor einem Wildtier erschreckt. Der gemütliche Ausritt ging los. Zuerst sahen wir süße Erdmännchen in freier Wildbahn und später noch Springbocks und Antilopen.    
Benny Pferd „Chap“ wollte immer als zweite Reiten und legte deswegen öfter mal einen Trab ein. Mein Pferd (dessen Name schwer zu merken war und den wir deshalb leider vergessen haben, aber es war ein schöner Name) war etwas langsam. Nach gut 2 Stunden hab ich dann raus bekommen, wie ich sie antreibe aber da war unser Ausritt leider vorbei. Aber es war wirklich eine wunderschöne Erfahrung und vielen Dank noch mal an Benny, der das für mich mitgemacht hat. Aber ihm hat es wohl auch gefallen und das Fazit war: reiten ist eigentlich ganz einfach. Problematisch war nur die Fresssucht von Chap und dass Benny ziemliche Blähungen hatte, na gut sein Pferd und ich hinter Ihnen reiten musste (ihr erinnert euch Chap drängelte sich immer vor). Ihr merkt unsere Pferde passten perfekt zu unseren Charakteren. Danach verabschiedeten wir uns von Carmen, Dario war leider nicht mehr auszufinden. Jedenfalls traten wir den langen Heimweg an. Todmüde wollte die Fahrt leider nicht enden. Benny hat uns aber sicher wieder nach Cape Town, ins pulsierende Stadtleben, zurück gebracht. Abgerundet hat meinen Geburtstag noch das Essen beim Chinesen, wo wir mittlerweile zum dritten Mal waren und der Kellner Kontakt mit uns knüpfte. Danach hatte ich endlich Zeit mir das tolle Geburtstagsvideo anzusehen aus der Heimat. Das war eine sooooooo schöne Überraschung von Jan, dass ich natürlich weinen musste. Aber Freudentränen. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und trotz der Entfernung an mich gedacht haben. Und auch noch mal danke an Benny für den schönen Tag. Diesen Geburtstag und das tolle Wochenende werden wir sicher nie vergessen. Also packt eure Koffer und ab nach Lategangsvlei bzw. Oudtshoorn!!! (Wenn ihr ein mal hier seid, könnt ihr aber auch mal nach Kapstadt^^). 

Mont mit einer weiteren runden Formation
Geburtstagsnacht
Spektakulärer Sonnenaufgang





Die Affen gehören schon zur Tour. Benny begrüßt sie schon mit einem freundlichen Hupen und Lächeln.
Ja Cape Town hat uns wieder, mit seinem ganzen Trubel. Nur ein Straußenei, das noch aufgebohrt und gegessen werden muss, erinnert uns noch an Oudtshoorn. Nach der Arbeit waren wir heute mal in einem anderen Supermarkt, ich weiß ganz spannende Geschichte. „Food Lovers“- Obst und Gemüse so weit das Auge reicht. Auf einmal kam Benny freudestrahlend an mit 2 Pomelos in der Hand, die je nur 9 Rand (nicht mal einen €, um euch das rechnen zu ersparen) kosten. Wir haben sie gerade gekostet. Schmecken nicht wie in Deutschland, sondern wie ganz süße Grapefruit.
Dann versuchen wir mal noch die restlichen Wochentage rumzukriegen, heute sind vier Meter hohe Wellen für Kapstadt angesagt. Aber ihr seht, nach diesem unvergesslich schönem Wochenende, heißt es diesmal: „You don’t need a holiday, you need Oudtshoorn!“

WE LOVE SOUTH AFRICA!!!


Bis zum nächsten Mal, lasst euch überraschen was wir da wieder verrücktes anstellen werden!

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