Wir hatten eine super sonnige Arbeitswoche, was uns erlaubte unsere
Laptops zu schnappen und draußen an der frischen Luft zu arbeiten. Wir
veranstalteten sogar ein Braai mit der gesamten Belegschaft und Detlev
erwies sich als guter Grillmeister, anders als Benny mit seinem Holz
(dazu später mehr). Mit neuer T-Shirt Bräune traute sich Linda sogar in
den Pool. Einmal im Winter in den Pool zu springen – abhakt. Benny
leider noch nicht, er hat ja noch ein wenig Zeit. Besonders erfreulich
an der Arbeitswoche war die Gewissheit, dass wir eine Woche eher mit dem
Praktikum aufhören dürfen und noch reisen können. Mal sehen, wo es uns
hinführt!
Donnerstag wollten wir die kulinarischen Köstlichkeiten
Südafrikas endlich mal probieren, nachdem bis jetzt meist nur
chinesisch oder fast food auf dem Speiseplan stand. Wir verbrachten den
warmen Abend also im „Moyo“ und probierten uns durch das Buffet. Hier
gab es chicken, Lamm, seafood und natürlich das Nationaltier Südafrikas,
den Springbock, zu essen. Auch den typisch südafrikanischen Maisbrei
Mielie Pap (wir nennen es gern Pampe) kosteten wir. Er schmeckte
gummiartig und nach nichts. Normalerweise dient er als
Grundnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung und ist sehr kalorienhaltig.
Das Essen schmeckte meist süß gewürzt oder eben scharf. Benny bevorzugt
alles Süße der südafrikanischen Küche, die kleine Naschkatze, Linda eher
die scharfen Sachen wie den Linseneintopf, den es ebenfalls gab. Zum
Nachtisch gab es auch typisch südafrikanisch, Malvapudding, ein Mix aus
Pudding und Kuchen, der nach Zimt schmeckt und mit Vanillesoße serviert
wird. Abgerundet wurde der Abend von dem der Lifemusik eines
südafrikanischen Sängers und jeder Menge Südafrika-Feeling durch Deko
und Ambiente. Ein besonderes Highlight war die „ Kriegsbemalung“, die
wir von der Kellnerin bekamen. Es entstanden tolle Kunstwerke in unserem
Gesicht. Wir wollten die gar nicht mehr abwaschen, aber leider
überstand die Bemalung die Nacht nicht.
Am Freitag war es an der
Zeit unser Braai für den Abend vorzubereiten. Einige Leute von dem
Nomad-Camping-Wochenende (ihr erinnert euch „bring the action“) wollten
zu uns kommen und mit uns feiern gehen. Benny kümmerte sich um den Grill
und wollte diesen mit unserem extra gekauften Holz anfeuern. Aber zu
unserer Überraschung brannte das Holt nicht, wahrscheinlich war es zu
feucht. Ärgerlicherweise mussten wir noch einmal los und Grillkohle
kaufen. Letztendlich klappte aber alles und alle wurden satt. Mit den
großen Grills ist das Braai hier ein ganz anderes Feeling als in
Deutschland und macht wirklich Spaß. Abschließend wurden noch ein paar
Marshmallows gegrillt, aber die meisten waren schon mitten im Vorglühen
für die Party, frei nach dem Motto: „eating is cheating“. Es war ein
lustiger Abend und wir fuhren alle ins Dubliner, wo wir die Woche vorher
schon waren. Wir hatten dort alle wieder mal viel Spaß mit
südafrikanischem Tanzstil und toller Partymusik. Wir hatten sogar zwei
Schlafgäste, weswegen Benny netterweise auf unserem Sofa schlief.
Am
Samstag ging es dann leicht verkatert und müde nach Hout Bay. Wir
wollten unbedingt den afrikanischen Markt dort noch einmal besuchen. Er
bietet alle möglichen Souvenirs an, über Armbänder, Taschen, Perlendeko
oder Holzkunstwerke. Leider ist im Koffer nicht so viel Platz, um alle
tollen Sachen mit nach Hause zu bringen. Im hinteren Teil des Marktes
gab es ähnlich wie in der Biscuit Mall allerlei Köstlichkeiten zum
Frühstück. Am späten Nachmittag nahmen wir dann unsere Schweriner
Kommilitonen Sarah und Hannes, inklusive Nils in Empfang. Wir mussten
sofort los – das Rugbyspiel des Jahres stand auf dem Plan. Wir hatten
Karten für das Derby „Bulls vs. Stormers“ und waren für die Favoriten,
die Stormers. Letztendlich gewannen diese auch mit 30:13. Es war
spannend ein Rugbyspiel zu
sehen und alle kamen in Rangellaune.
Wir hatten gute Stehplätz erwischt und die Stimmung war grandios. Alle
brüllten „HERE WE GO STORMERS HERE WE GO“ und wir machten natürlich mit.
Nach einer Laolawelle begannen alle ein südafrikanisches Fanlied auf
Afrikaans zu singen, auch das hörte sich toll an. Alle hatten Spaß am
Spiel und fieberten mit. Es blieb alles friedlich. Hannes hatte sich
perfekt über die Spielregeln informiert und konnte uns einige Regeln
erklären, wodurch das Spiel etwas Sinn ergab. Die Jungs waren auch sehr
angetan von den Cheerleadern, wie wohl alle Männer im Stadion. Bier
durfte, anders als in deutschen Stadien, nur in einem separaten
geschlossenen Raum getrunken werden, wo nur Personen ab 18 Jahren
Zutritt haben. Nachdem wir nun den Nationalsport Südafrikas kennen
lernten ließen wir den Abend bei KFC beim Abendessen ausklingen. Müde
fielen wir ins Bett.
Sonntag hofften wir auf gutes Wetter, denn
es war die letzte Möglichkeit in unserem Zeitplan, auf den Tafelberg zu
wandern. Sarah, Hannes, Nils und Julia kamen mit und wollten frohen
Mutes mit uns das Naturwunder erklimmen. Der Morgen begrüßte uns mit
herrlichem Sonnenschein, aber der Tafelberg mit seiner berühmten
Tischdecke. Die Wolken liegen dann auf seiner Spitze, Benny erzählt an
dieser Stelle gern die Sage von dem Indianer und dem Teufel die geraucht
haben und deswegen die Wolken auf dem Tafelberg sind.
Geradezu majestätisch erhebt sich der
Berg über die Metropole von Kapstadt. Dabei verleiht ihm
die sogenannte 'Tischdecke', die den etwa 3 Kilometer langen Gipfel oft
unter einem dichten Wolkenschleier versteckt, ein nahezu mystisches
Antlitz und ist charakteristisch für den Table Mountain. Das Massiv des Tafelberges ist bei gutem Wetter auch aus dem 100 Kilomenter entfernten West Coast National Park sichtbar. Zum Tafelbergmassiv gehört auch der etwa 1000 Meter hohe Devils Peak sowie der Lions Head mit einer Höhe von rund 700 Metern, nicht zu vergessen der kleine Bruder der Signal Hill mit rund 350 Metern. Die Sage um die Tischdecke: Devils Peak, auch genannt die Spitze des Teufels flankiert den Tafelberg im Osten des Gebirges. Der Geschichte nacht, hat sich ein Pirat names van Hunks in den Bergen im frühen 18. Jahrhundert versteckt. Er wollte sich nach seinem Leben auf dem Meer dorthin zurückziehen. Doch eines Tages sollte ein Fremder vorbeikommen und mit dem alten Piraten ein Rauchwettbewerb veranstalten, der sich über Jahre erstreckte. Man sagt, dass ihm der Fremde, nachdem der Pirat den Wettbewerb gewonnen hatte, seinen Namen verriet: Er sei der Teufel in Person. Anschließend habe er sich in eine Rauchwolke aufgelöst und den nichts ahnenden Piraten mit sich genommen. Der Legende nach erstreckt sich seitdem eine Rauchwolke von Südost aus über den gesamten Tafelberg, welche heute auch als Tischdecke des Tafelberges genannt wird. So nun wisst ihr wieso der Tafelberg immer mit einer Wolke bedeckt ist!!
Jedenfalls hatte
die Seilbahnstation auf Grund des Windes geschlossen. Bis zur letzten
Minute hofften wir, dass diese eventuell noch geöffnet wird. Denn unser
Plan war es die drei bis vier Stunden auf den Tafelberg hinauf zu
wandern und auf der Rücktour die Sicht von der Seilbahn zu genießen. Wir
fuhren auf das Plateau, von wo der Wanderweg begann. Natürlich dachten
wir, wie beim Lion’s Head damals auch, dass es eine gemütliche Wanderung
wird. Nach fünf Minuten mussten wir die erste Pause einlegen. Nach zehn
Minuten waren wir schockiert von unserer Unsportlichkeit und nach einer
Stunde beschloss ich nicht wieder nach Südafrika zurückzukehren, um
nicht noch einmal den Tafelberg besteigen zu müssen. Das Schwierige an
dem Weg war, dass während der gesamten Wanderung Steintreppen hinauf
führten, die oft richtig groß für kurze Beine erschienen. Erste
Strapazen machte die tolle Aussicht wieder gut sowie der kleine
Wasserfall, an dem wir vorbei kamen. Nach einer erfrischenden „Dusche“
konnten wir wieder die Frühlingslandschaft am Tafelberg genießen. Bei
herrlichem Sonnenschein erreichten wir langsam kühle Höhen. Benny und
Hannes erwiesen sich als wesentlich sportlicher als wir Mädels, weswegen
sie eher auf der Spitze ankamen. Es war eiskalt und extrem windig,
nichts desto trotz genossen wir die rundum Aussicht auf 1087 Metern Höhe
über Kapstadt, die es so wohl kein zweites Mal zu sehen gibt. Ja und
was gibt es noch zu sagen?! Die Seilbahn fuhr natürlich nicht runter,
weswegen wir auch wieder hinab laufen mussten. Nach einer weiteren
Erfrischung am Wasserfall und mit zitternden Beinen erreichten wir nach
6,5 Stunden den Boden. Die Nachwehen bekamen wir dann heute, am Montag,
zu spüren…..den schlimmsten Muskelkater aller Zeiten^^. Hoffentlich geht
das bald vorbei, aber es hat sich gelohnt, denn wie sagte Nelson
Mandela (der übrigens am Donnerstag 95 Jahre wird und immer noch am
Leben gehalten wird): „Wenn man einen hohen Berg bestiegen hat, stellt
man fest, dass es noch viele andere Berge zu besteigen gibt.“
Auch
diese Herausforderung haben wir gemeistert, dennoch werden noch viele
Berge auf uns zu kommen. Der nächste ist dann der Mount Everest, nein
Spaß, ihr wisst ja wie wir es meinen. Achso die lebensgefährlichen
Klippenfotos, die wieder einmal entstanden sind brauch ich sicherlich
nicht mehr erwähnen.
Jaaaa ihr Lieben der Frühling hält langsam
Einzug in Kapstadt und das Wetter wird besser. Wir zählen die letzten
Arbeitstage, dann geht die Action weiter !!!
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| Die Tischdecke breitet sich aus! |
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| Eine willkommende Abkühlung! |
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| Schwerer Aufstieg! |
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| Der Frühling beginnt =) |
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| Total fertig aber glücklick! |
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| Eisbären sind überall, selbst in Südafrika :P |
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| Ausblick auf Kapstadt |
























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