Montag, 15. Juli 2013

Bring the action - again!

Wir hatten eine super sonnige Arbeitswoche, was uns erlaubte unsere Laptops zu schnappen und draußen an der frischen Luft zu arbeiten. Wir veranstalteten sogar ein Braai mit der gesamten Belegschaft und Detlev erwies sich als guter Grillmeister, anders als Benny mit seinem Holz (dazu später mehr). Mit neuer T-Shirt Bräune traute sich Linda sogar in den Pool. Einmal im Winter in den Pool zu springen – abhakt. Benny leider noch nicht, er hat ja noch ein wenig Zeit. Besonders erfreulich an der Arbeitswoche war die Gewissheit, dass wir eine Woche eher mit dem Praktikum aufhören dürfen und noch reisen können. Mal sehen, wo es uns hinführt! 



Donnerstag wollten wir die kulinarischen Köstlichkeiten Südafrikas endlich mal probieren, nachdem bis jetzt meist nur chinesisch oder fast food auf dem Speiseplan stand. Wir verbrachten den warmen Abend also im „Moyo“ und probierten uns durch das Buffet. Hier gab es chicken, Lamm, seafood und natürlich das Nationaltier Südafrikas, den Springbock, zu essen. Auch den typisch südafrikanischen Maisbrei Mielie Pap (wir nennen es gern Pampe) kosteten wir. Er schmeckte gummiartig und nach nichts. Normalerweise dient er als Grundnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung und ist sehr kalorienhaltig. Das Essen schmeckte meist süß gewürzt oder eben scharf. Benny bevorzugt alles Süße der südafrikanischen Küche, die kleine Naschkatze, Linda eher die scharfen Sachen wie den Linseneintopf, den es ebenfalls gab. Zum Nachtisch gab es auch typisch südafrikanisch, Malvapudding, ein Mix aus Pudding und Kuchen, der nach Zimt schmeckt und mit Vanillesoße serviert wird. Abgerundet wurde der Abend von dem der Lifemusik eines südafrikanischen Sängers und jeder Menge Südafrika-Feeling durch Deko und Ambiente. Ein besonderes Highlight war die „ Kriegsbemalung“, die wir von der Kellnerin bekamen. Es entstanden tolle Kunstwerke in unserem Gesicht. Wir wollten die gar nicht mehr abwaschen, aber leider überstand die Bemalung die Nacht nicht. 
Am Freitag war es an der Zeit unser Braai für den Abend vorzubereiten. Einige Leute von dem Nomad-Camping-Wochenende (ihr erinnert euch „bring the action“) wollten zu uns kommen und mit uns feiern gehen. Benny kümmerte sich um den Grill und wollte diesen mit unserem extra gekauften Holz anfeuern. Aber zu unserer Überraschung brannte das Holt nicht, wahrscheinlich war es zu feucht. Ärgerlicherweise mussten wir noch einmal los und Grillkohle kaufen. Letztendlich klappte aber alles und alle wurden satt. Mit den großen Grills ist das Braai hier ein ganz anderes Feeling als in Deutschland und macht wirklich Spaß. Abschließend wurden noch ein paar Marshmallows gegrillt, aber die meisten waren schon mitten im Vorglühen für die Party, frei nach dem Motto: „eating is cheating“. Es war ein lustiger Abend und wir fuhren alle ins Dubliner, wo wir die Woche vorher schon waren. Wir hatten dort alle wieder mal viel Spaß mit südafrikanischem Tanzstil und toller Partymusik. Wir hatten sogar zwei Schlafgäste, weswegen Benny netterweise auf unserem Sofa schlief. 

Am Samstag ging es dann leicht verkatert und müde nach Hout Bay. Wir wollten unbedingt den afrikanischen Markt dort noch einmal besuchen. Er bietet alle möglichen Souvenirs an, über Armbänder, Taschen, Perlendeko oder Holzkunstwerke. Leider ist im Koffer nicht so viel Platz, um alle tollen Sachen mit nach Hause zu bringen. Im hinteren Teil des Marktes gab es ähnlich wie in der Biscuit Mall allerlei Köstlichkeiten zum Frühstück. Am späten Nachmittag nahmen wir dann unsere Schweriner Kommilitonen Sarah und Hannes, inklusive Nils in Empfang. Wir mussten sofort los – das Rugbyspiel des Jahres stand auf dem Plan. Wir hatten Karten für das Derby „Bulls vs. Stormers“ und waren für die Favoriten, die Stormers. Letztendlich gewannen diese auch mit 30:13. Es war spannend ein Rugbyspiel zu
sehen und alle kamen in Rangellaune. Wir hatten gute Stehplätz erwischt und die Stimmung war grandios. Alle brüllten „HERE WE GO STORMERS HERE WE GO“ und wir machten natürlich mit. Nach einer Laolawelle begannen alle ein südafrikanisches Fanlied auf Afrikaans zu singen, auch das hörte sich toll an. Alle hatten Spaß am Spiel und fieberten mit. Es blieb alles friedlich. Hannes hatte sich perfekt über die Spielregeln informiert und konnte uns einige Regeln erklären, wodurch das Spiel etwas Sinn ergab. Die Jungs waren auch sehr angetan von den Cheerleadern, wie wohl alle Männer im Stadion. Bier durfte, anders als in deutschen Stadien, nur in einem separaten geschlossenen Raum getrunken werden, wo nur Personen ab 18 Jahren Zutritt haben. Nachdem wir nun den Nationalsport Südafrikas kennen lernten ließen wir den Abend bei KFC beim Abendessen ausklingen. Müde fielen wir ins Bett. 

Sonntag hofften wir auf gutes Wetter, denn es war die letzte Möglichkeit in unserem Zeitplan, auf den Tafelberg zu wandern. Sarah, Hannes, Nils und Julia kamen mit und wollten frohen Mutes mit uns das Naturwunder erklimmen. Der Morgen begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein, aber der Tafelberg mit seiner berühmten Tischdecke. Die Wolken liegen dann auf seiner Spitze, Benny erzählt an dieser Stelle gern die Sage von dem Indianer und dem Teufel die geraucht haben und deswegen die Wolken auf dem Tafelberg sind.
Geradezu majestätisch erhebt sich der Berg über die Metropole von Kapstadt. Dabei verleiht ihm die sogenannte 'Tischdecke', die den etwa 3 Kilometer langen Gipfel oft unter einem  dichten Wolkenschleier versteckt, ein nahezu mystisches Antlitz und ist charakteristisch für den Table Mountain. Das Massiv des Tafelberges ist bei gutem Wetter auch aus dem 100 Kilomenter entfernten West Coast National Park sichtbar. Zum Tafelbergmassiv gehört auch der etwa 1000 Meter hohe Devils Peak sowie der Lions Head mit einer Höhe von rund 700 Metern, nicht zu vergessen der kleine Bruder der Signal Hill mit rund 350 Metern. Die Sage um die Tischdecke: Devils Peak, auch genannt die Spitze des Teufels flankiert den Tafelberg im Osten des Gebirges. Der Geschichte nacht, hat sich ein Pirat names van Hunks in den Bergen im frühen 18. Jahrhundert versteckt. Er wollte sich nach seinem Leben auf dem Meer dorthin zurückziehen. Doch eines Tages sollte ein Fremder vorbeikommen und mit dem alten Piraten ein Rauchwettbewerb veranstalten, der sich über Jahre erstreckte. Man sagt, dass ihm der Fremde, nachdem der Pirat den Wettbewerb gewonnen hatte, seinen Namen verriet: Er sei der Teufel in Person. Anschließend habe er sich in eine Rauchwolke aufgelöst und den nichts ahnenden Piraten mit sich genommen. Der Legende nach erstreckt sich seitdem eine Rauchwolke von Südost aus über den gesamten Tafelberg, welche heute auch als Tischdecke des Tafelberges genannt wird. So nun wisst ihr wieso der Tafelberg immer mit einer Wolke bedeckt ist!!
Jedenfalls hatte die Seilbahnstation auf Grund des Windes geschlossen. Bis zur letzten Minute hofften wir, dass diese eventuell noch geöffnet wird. Denn unser Plan war es die drei bis vier Stunden auf den Tafelberg hinauf zu wandern und auf der Rücktour die Sicht von der Seilbahn zu genießen. Wir fuhren auf das Plateau, von wo der Wanderweg begann. Natürlich dachten wir, wie beim Lion’s Head damals auch, dass es eine gemütliche Wanderung wird. Nach fünf Minuten mussten wir die erste Pause einlegen. Nach zehn Minuten waren wir schockiert von unserer Unsportlichkeit und nach einer Stunde beschloss ich nicht wieder nach Südafrika zurückzukehren, um nicht noch einmal den Tafelberg besteigen zu müssen. Das Schwierige an dem Weg war, dass während der gesamten Wanderung Steintreppen hinauf führten, die oft richtig groß für kurze Beine erschienen. Erste Strapazen machte die tolle Aussicht wieder gut sowie der kleine Wasserfall, an dem wir vorbei kamen. Nach einer erfrischenden „Dusche“ konnten wir wieder die Frühlingslandschaft am Tafelberg genießen. Bei herrlichem Sonnenschein erreichten wir langsam kühle Höhen. Benny und Hannes erwiesen sich als wesentlich sportlicher als wir Mädels, weswegen sie eher auf der Spitze ankamen. Es war eiskalt und extrem windig, nichts desto trotz genossen wir die rundum Aussicht auf 1087 Metern Höhe über Kapstadt, die es so wohl kein zweites Mal zu sehen gibt. Ja und was gibt es noch zu sagen?! Die Seilbahn fuhr natürlich nicht runter, weswegen wir auch wieder hinab laufen mussten. Nach einer weiteren Erfrischung am Wasserfall und mit zitternden Beinen erreichten wir nach 6,5 Stunden den Boden. Die Nachwehen bekamen wir dann heute, am Montag, zu spüren…..den schlimmsten Muskelkater aller Zeiten^^. Hoffentlich geht das bald vorbei, aber es hat sich gelohnt, denn wie sagte Nelson Mandela (der übrigens am Donnerstag 95 Jahre wird und immer noch am Leben gehalten wird): „Wenn man einen hohen Berg bestiegen hat, stellt man fest, dass es noch viele andere Berge zu besteigen gibt.“
Auch diese Herausforderung haben wir gemeistert, dennoch werden noch viele Berge auf uns zu kommen. Der nächste ist dann der Mount Everest, nein Spaß, ihr wisst ja wie wir es meinen. Achso die lebensgefährlichen Klippenfotos, die wieder einmal entstanden sind brauch ich sicherlich nicht mehr erwähnen.
Jaaaa ihr Lieben der Frühling hält langsam Einzug in Kapstadt und das Wetter wird besser. Wir zählen die letzten Arbeitstage, dann geht die Action weiter !!! 

Die Tischdecke breitet sich aus!
Eine willkommende Abkühlung!
Schwerer Aufstieg!
Der Frühling beginnt =)
Total fertig aber glücklick!


Eisbären sind überall, selbst in Südafrika :P

Ausblick auf Kapstadt

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